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Bahn - Wandern

Wer nicht mit dem Auto Anreisen und unterwegs dennoch mobil bleiben möchte, dem bietet sich die Möglichkeit, sowohl zu Fuß wie auch mit der Bahn das Kylltal zwischen Kyllburg und Philippsheim zu erkunden. Die Anreise per Bahn zu verschiedenen an der Bahnstrecke gelegenen kleinen Orten, gute Unterbringungsmöglickeiten und abwechslungsreiche Freizeitangebote in der Umgebung sind ein verlockendes Angebot auch für den nicht Autofahrer. Mehrere kleine Bahhöfe innerhalb der beschriebenen Wanderstrecke und die regelmäßig verkehrenden Personenzüge der Bahnverbindung Trier - Köln erlauben es Ihnen, die floristisch und faunistich interessante Strecke an verschiedenen Tagen in Etappen zu durchwandern. Stressfrei und umweltfreundlich können Sie per Bahn auch andere Abschnitte des Kylltals

erreichen und die Raute über die angegebenen Ausgangs - und Endpunkte hinaus verlängern.

 

Die erste Etappe: Erdorf / Kyllburg

Am Bahnhof in Erdorf ist der Ausgangspunkt unserer Wanderung, die uns in einer ca. 15 km langen Etappe wieder nach Erdorf zurück bringt.

Sie Reisen mit dem Zug ca. 3 km bis nach Kyllburg. Am Bahnhof Kyllburg wenden wir uns nach links und überqueren auf einer der zwei Brücken die Kyll. Hier lohnt es sich bereits ein kurzes Verweilen und der Blick ins klare Wasser, wo Sie Forellen und Aschen von beachtlicher Größe sehen und den allgegenwärtigen Stockenten manchen Futterbrocken wegschnappen. Hinter der Kyllbrücke wandern wir nach rechts weiter

in Richtung Etteldorf / Wilsecker. In der Wilsecker Straße, die uns am Hotel Wehrbusch entlang bis zum Ortsende führt. Ca. 80 m hinter dem letzten Haus beginnt rechts ein Pfad, dem wir kyllabwärts durch den Wald folgen. Hierbei bekommen wir immer wieder gute Ausblicke auf den Kyllburger Stiftsberg mit der gotischen Stiftskirche. Im weiteren Verlauf des Ringpfades orientieren wir uns talwärts und gelangen nach ca.25 Minuten nach Malberg, einem kleinen Ort, der von einer mächtigen, in den Jahren 1591 - 1597 erbauten Schloßanlage überragt wird.

In Malberg überqueren wir das Gewässer und folgen nach 50 m dem nächsten nach links abzweigenden Weg am Fuß des Schlosses vorbei zurück an der Kyll. Zwischen Hangwald und Auwiesen geht es nun auf der rechten Uferseite talwärts. Schwarzerlen, Bruch- und Silberweiden begleiten das Gewässer auf weiteren Strecken und schon früh im Jahr leuchten allenthalben die gelben Blüten der Sumpf-Dotterblumen. Wasserschwertlilien bilden in in offenen Bereichen eine vorzügliche Ufersicherung und an schattigen, vegetationsarmen Uferstellen findet man schon in April den Wald-Gelbstern (Gagea lutea). In den feuchten Wiesen gedeihen Schlangenknöterich, Sumpfscharfgarbe und Bachnelkenwurz. Wald-Weideröschen und Roter Fingerhut stehen am Waldrand und auf der Uferböchung wächst neben dem giftigen Blauen Eisenhut

das Zottige Weidenröschen (Epilabium hirsutum). Hier sollten wir uns die Zeit nehmen und auch den kleinen Naturschönheiten in der Umgebung Aufmerksamkeit schenken. Schlanke Bockkäfer, schillernde Blattkäfer und bunte Wanzenarten klettern nahrungsuchend umher und Tagfalter fliegen von Blüte zu Blüte, Gefährdete Arten wie der Große Perlmutfalter, der Schwalbenschwanz oder der Baumweißling haben hier noch Lebensraum.Auf den Sumpfkratzdisteln landet der aus dem Süden eingeflogene Distelfalter und die Wiesenknautie wird vom Schachbrettfalter besucht.

Bald geht es weiter, vorbei an der neuen Wanderbrücke , am rechten Kyllufer entlang in Richtung Erdorf. Hinter dem Talbachgraben verlassen wir die markierte Wanderroute und folgen dem Waldweg hinauf in den Kyllhang.

Von offenen Stellen genießen wir den Blick über das Kylltal mit der Oberen Fließemer Mühle. Bald wendet sich der Weg nach rechts in das enge Tal des Kreuzbaches. Nach der Überquerung des Kreuzbaches geht es wieder nach links bergab, an der Kapelle vorbei durch den Wald in Richtung Untere Flißemer Mühle. Hier wechseln wir über die im Jahre 1992 wiederhergestellte Wanderbrücke auf die andere Kyllseite. Hier folgen wir weiter dem Wanderweg Kyllabwärts. Unter Europas längster Bogenbrücke hindurch sind es bis Erdorf noch ca. 2 km.

 

Die zweite Etappe: Bitburg / Erdorf - Albach - Hüttingen.

Vom Bahnhof Erdorf geht es ca.200 m zurück zur Brücke der B 257 über die Kyll. Von hier führt uns der zweite, nur ca. 6 km lange Abschnitt unserer Wanderstrecke über die Kyllbrücke nach links in Richtung Bitburg. Ca. 100 m hinter der Brücke beginnt links ein sehr gut ausgebauter Wanderpfad. Er führt zwischen den Gärten hinunter ans Ufer der Kyll und folgt dem Gewässer vorbei an der Eisenbahnbrücke, über die Bahngleise und durch alte Buchenwälder. Am Ausgang der Teufelsschlucht stößt der Pfad auf einen Wirtschaftsweg, dem wir nach links in offenes Gelände folgen. Ca. 100 m vor den ersten Häuser von Bitburg Albach führt der Wanderweg wieder nach links hinunter zur Wanderbrücke über die Kyll. Sollte das Bedürfnis bestehen, vor dem Weitermarsch noch Station zu machen, bietet sich die Albach Mühle an. Wir erreichen es, indem wir nicht nach links abbiegen, sondern dem Weg ca. 300 m weiter folgen.

Orchideen im Bitburger Land.

Schon vor Erdorf haben wir den im Kyllburger Raum vorherrschenden Oberen Buntsandstein zurückgelassen und wandern jetzt über 220 Mio. Jahre alten Kalksandstein des Oberen Muschelkalks.Dieser Boden bietet einer ganzen Reihe seltener Pflanzen Lebensraum, vor allem Orchideenarten sind hier von Ende April bis Juli zu finden.Mit etwas Glück entdecken wir in Schattigen Bereichen das zierliche Weiße Waldvögelein (Cephalanthera damasonium) oder die hier recht häufige Grünliche Waldhyazinte (Platanthera chloranthal). Auch die Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis mulleri) kommen hier vor. Besser zu erkennen sind die rötlich-purpurn gefärbten Blütenstände des Manns - Knabenkrauts ( Orchis masculä), die ebenso wie die Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica) und die Fliegen - Ragwurz (Ophrys insectifera) in den sonnenbeschienenen offeneren Geländebereichen zu finden sind. Im dichtem Wald steht, oft übersehe, Vogelnestwurtz (Neottianidus avis). Durch das fehlende Chloraphyll erinnert sie eher an eine vertrocknete Hyazinthe, als an eine Orchidee.

Fliegende Edelsteine: Gefährdete Vogel und Libellenarten.

Auf der gesamten Strecke kommt der Eisvogel vor , eine der schönsten heimischen Vogelarten. Auf seinem Ansitz über der Wasseroberfläche ist der Fischjäger aber nur schwer zu entdecken. Meist sieht der Wanderer den blau und orange schillernden Vogel nur, wenn dieser mit schrillem Schrei flach über das Wasser vorbei fliegt. Entlang der Kyll können wir auch noch andere für die Region typische Wasservögel, wie den Graureiher, die Gebirgsstelze oder die hübsche Wasseramsel beobachten. Dieser Vogel, der durch seinen weißen Brustlatz auffällt, sitzt in flachen Gewässerabschnitten auf Steinen und stürzt sich immer wieder kopfüber ins schnelle Wasser, um dort nach Bachflöhkrebsen, Stein, Eintags und Köcherfliegenlarven zu suchen.

Fliegende Juwelen sind auch die zahlreichen an der Kyll anzutreffenden Libellenarten. Die gefährdete Blauflügel-Prachtlibelle und die Gebänderte Prachtlibelle entwickeln sich in diesem Fließgewässer zwischen den dunkelgrünen Büscheln des Flutenden Hahnenfußes. In sonnigen Uferabschnitten trifft man die blau schillernden Männchen oft in großer Zahl an, wo sie sich flügelknisternd heftige Territorialkämpfe über dem Wasser liefern, während die metallgrün gefärbten Weibchen von ihrem Ansitz aus scheinbar teilnahmslos zuschauen.

Zum Endpunkt der zweiten Etappe

Von der Wanderbrücke vor Bitburg - Albach führt der Pfad über die Kyll zunächst bergauf und stößt nach ca. 50 m auf einen Waldweg,

( XXX ) auf dem wir nach rechtsweiter wandern. Nach ca. 15 Minuten erreichen wir die Bundesstraße 50, der wir hier

ein kurzes Stück bergauf folgen müssen. Diese überquert nach ca. 200 m die Bahnstrecke Köln - Trier am Tunnelausgang und direkt hinter dem anschließenden Parkplatz zweigt nach rechts von der B 50 ein Wirtschaftsweg ab, der uns am Forellenhof vorbei zur Mettericher Mühle führt. Hinter dieser alten Mühle steigt der Weg entlang des Kyllhanges wieder an und hinter einer scharfen Linkskurve verlassen wir den Asphalt

und folgen dem Feldweg nach rechts, vorbei an einer kleinen Fischteichanlage führt die Strecke zwischen Baumreihen und Hecken durch einen Wiesenbereich in Richtung Hüttingen. Am Ende der Wiese , dort wo der Weg wieder erkennbar wird, stoßen wir auf den von Trockenmauern aus Kalksteinplatten gesäumten Mühlenweg, der nach Hüttingen in die Ortsmitte führt. Entlang dieses Weges findet der aufmerksame Naturfreund eine Fülle seltener Tier und Pflanzenarten. Mauerpfeffer wächst hier, die Fetthenne und der braune Streifenfarn. Und mit Glück sehen wir an sonnigen Tagen einige Mauereidechsen oder sogar eine Schlingnatter, die sich auf den flechtenüberzogenen alten Kalksteinen wärmt. In Hüttingen angekommen, gehen wir in den Mühlenweg entlang bis zur Hauptstraße und mit einem Blick nach rechts sehen wir schließlich die Kyllbrücke mit der kleinen Bahnhaltestelle vor uns liegen. Von hier Reisen wir mit dem Zug zurück nach Erdorf.

( XXX )

Wenn wir an dieser Stelle nach Links abbiegen kommen wir Direkt wieder nach Erdorf.

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